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… dass am 5. November 1605 das englische Parlament samt der Königsfamilie, vielen kirchlichen Würdenträgern und großen Teilen des Hochadels in die Luft geflogen wäre. Denn der Bösewicht Guy Fawkes hatte schon 26 Fässer mit Schwarzpulver bereit gehalten, um so ein richtiges Feuerwerk zu veranstalten. Dumm nur, dass ihn einer seiner Kumpels verraten hat und das ganze Spektakel für ihn am Galgen endete. Tja, …. blöd gelaufen.
Die ganze Nation – abgesehen von Guy und ein paar seiner Mitverschwörer – war natürlich sehr froh, dass nichts passiert ist und deshalb feiert man in ganz Großbritannien bis heute am 5. November Bonfire Night. In Glasgow gibt es an diesem Abend traditionell ein Riesen-Feuerwerk im Park Glasgow Green. Tausende von Glaswegians strömen auf den Rasen und natürlich haben auch wir uns das Ereignis nicht entgehen lassen:
P.S. Ich bin mir nicht sicher, ob manche Schotten nicht doch gerne ein bisschen am englischen Parlament herumzündeln würden
Unser kleiner Punto hat in den letzten Monaten ja so einiges von Schottland gesehen. Dabei musste er viel aushalten: unzählige Schlaglöcher, Schnee, Regen, Bergfahrten, Matsch, Sonne, Pfützen, Vogeldreck, … . Er hat sich also eine Außen- und Innenreinigung wirklich verdient!
Gesagt, getan – den Mobile Valeting Service angerufen und für heute einen Termin vereinbart. Um kurz vor drei klingelte es dann das erste Mal und zwei nette Damen standen auf dem Parkplatz vor dem Haus. Kurz das Auto aufschließen und schon gings los: waschen, saugen, entmüllen, Fenster säubern, … . Etwa 50 Minuten später klingelte die Autowaschfrau dann zum zweiten Mal: Alles blitzeblank! Cool, was?

Unser Punto hat Damenbesuch!
Und ja, das Ganze ist legal hier. Man darf sein Auto auf der Straße oder dem Parkplatz vor dem Haus waschen. Und nein, wir wollen hier keine Umweltschutzdiskussion anzetteln, sondern euch einfach nur mitteilen, dass das Leben hier manchmal so ganz anders ist.
Gestern gab’s Kultur satt: Wir haben uns zum ersten Mal ins Getümmel des Edinburgh Festivals gestürzt. Das Festival ist etwas, für das Edinburgh in der ganzen Welt bekannt ist und die Stadt fast drei Wochen lang in den Ausnahmezustand versetzt. Hunderte von kulturellen Veranstaltungen sorgen für ein farbenfrohes Stadtbild. Unterteilt ist das Ganze in das eher klassische Festival und das sog. Fringe Festival, das vor allem von unbekannteren KünstlerInnen geprägt ist.
Das Repertoire des Festivals bietet u.a. Standfiguren, Nachwuchsbands, Comedy, Theater, Musical, kulinarische Highlights, Ausstellungen, Oper, Konzerte und, und, und … damit wir uns im Dschungel der Kultur nicht verirren, haben wir uns im Vorfeld aus dem dicken Festivalkatalog 3 Veranstaltungen herausgepickt:
Angefangen hat es (in Anlehnung an unseren Hochzeitstag und die Geschichte unseres Kennenlernens) mit dem Muscial „Chat“. Interessante Aufführung in einem Mini-Container-Theater (*schwitz*) – und alles drehte sich um 6 TeilnehmerInnen eines Chatrooms.
Danach bummelten wir ein wenig über die Festmeile, um uns die Straßenkünstler anzusehen. Ganz nett – aber vieeeeel zu voll. Tja, manchmal doch ein Nachteil, wenn das Wetter so gut ist

A capella Sänger auf der Festmeile
Anschließend öffneten sich die Türen der Scotch Malt Whisky Society für uns zu einem Tasting 3 der Club-Raritäten. Das war sehr spannend (& lecker!) und Ingo liebäugelt schon mit einer Mitgliedschaft in der ehrwürdigen Gesellschaft.
Als Abschluss gabs „Power Plant“, eine Licht- und Klanginstallation in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens. Das war richtig klasse! Die Künstler haben dort eine ganz eigene Welt geschaffen. Das hat uns viel länger als geplant fasziniert, aber immerhin haben wir noch den vorletzten Zug zurück nach Glasgow erwischt! Als wir dann müde, aber voller schöner Eindrücke zu Hause waren, wartete im Briefkasten noch ein Päckchen mit einer tollen Hochzeitserinnerung auf uns! Danke nach Sulzdorf!
Ein paar Eindrücke unseres Kulturausfluges findet ihr in unserem August-Album beim Flickr.
… galt es heute zu wählen. Nachdem wir es gerade noch rechtzeitig geschafft haben, uns in das lokale Wählerverzeichnis einzuragen, durften wir heute zum ersten Mal in Schottland wählen gehen.
Schottland hält 6 der 72 UK-Sitze im EU-Parlament und wie man sich vielleicht vorstellen kann, sind viele der zu wählenden Parteien nicht so wirklich EU-freundlich eingestellt. Nun ja, wir sind halt auf der Insel
Im Vorfeld der Wahlen gab es einige Proteste, da die Parteien auf dem Stimmzettel im alphabetischer Reihenholge aufgeführt sind und einige der großen Parteien auf dem 3mal gefalteten Stimmzettel weiter unten beachteiligt werden könnten. Wer auseinanderfalten kann, ist also klar im Vorteil

2 Stimmen von den neuen Glaswegians
Die Ergebnisse gibts dann aber erst am Sonntagabend, wenn der Rest Europas auch seine Stimmen abgegeben hat.
Was mal wieder so ganz anders ist: Die Wahllokale sind von 7.00 Uhr bis 22.00 Uhr geöffnet und die fremdsprachigen Info-Aushänge sehen auch etwas anders aus
:

Wo bleiben die Hinweise auf deutsch?
Nach langer Abstinenz habe ich nun zum ersten Mal wieder Fußball in der Halle gespielt. Zum letzten Mal tat ich das vor ca. 3 Jahren in Darmstadt, und von daher war mir noch vage in Erinnerung, wie anstrengend Hallenfußball sein kann. Und ich wurde nicht enttäuscht – nach ein paar Minuten hätte ich schon die erste Pause gebrauchen können
. Wie gut, dass man sich dann hin und wieder mal ins Tor stellen kann, auch wenn ein paar Fieslinge meinten, auch noch den Ball auf mich schießen zu müssen. Aber sie haben mich nicht getroffen (dafür aber das Tor
). Unser Team hat dennoch gewonnen, und es hat Spaß gemacht, das Schalke-Trikot mal wieder durchzuschwitzen.
Unsere Außenthermometer (Nordseite) hat heute zum ersten Mal die langersehnten 20 Grad angezeigt! Juhuu! Fast schon Hochsommer also …

Der Beweis!
Nein, Herr Mozart war nicht persönlich hier – dafür stand heute aber zum ersten Mal der Besuch seiner Oper Cosi fan tutte in einer Inszenierung David McVicars für Scottish Opera auf dem Programm. Ein gelungener Abend mit wunderschöner Musik in einem so gut wie ausverkauften Theatre Royal
.

Pause!
P.S. Ingo hat einstweilen das Alternativprogramm in Form des Relegationsspiels Nürnberg gegen Cottbus bevorzugt. Zu seinem großen Glück gibts jedoch auch hier Leute, die gerne (freiwillig) in die Oper gehen *wink zu Steffi*
Bevor ich letzten Mittwoch wieder in den Ruhrpott aufgebrochen bin, hatten wir Besuch aus Darmstadt – André und Holger waren zu Gast. Hauptsächlich standen für die beiden die in der Überschrift genannten Aktivitäten auf dem Programm. Donnerstag gabs aber erst mal Dinner bei uns, wobei unser Freund Danny die Runde komplettierte. Freitag abend ging es dann erst mal zur Ashton Lane und in die Argyle Street, bevor der Abend im Òran Mór (dem einzigen Pub im Umkreis, der nicht um Mitternacht schon dicht machte) sein Ende fand.

Ibrox Park
Samstag stand nun mein erstes Rangers-Spiel auf dem Programm, die Partie im Ibrox-Park gegen Aberdeen. Rangers gewann 2:1 und ist nun mit zwei Punkten Vorsprung und einem ausstehenden Spiel Tabellenführer der Scottish Premier League. Im Spiel waren neben den Toren noch zwei rote Karten zu bewundern, wobei zumindest eine von beiden ein eher schlechter Witz war. Viel beeindruckender war aber zu beobachten, wie manche Leute es schaffen, pro Satz 3-4 Kraftausdrücke unterzubringen. Nach einem Abstecher in die Innenstadt (inkl. dem Solid Rock Cafe) haben wir dann abends unsere im Stadion begonnene Studie schottischen Sozialverhaltens in der Sauchiehall Street fortgeführt. Dort gibt es neben netten Indie-Pubs wie dem NiceNSleazy auch einige eher auf das durstige Publikum ausgelegte Läden mit sozialverträglichen Bierpreisen. Den Abend haben wir dann im O’Neill’s ausklingen lassen.

3 Amigos beim Fußball
Sonntag haben wir unsere obligatorische Tour zur Auchentoshan-Distillerie gemacht. Hinterher ging es dann in die Lock 27-Bar, einem gemütlichen Pub in Anniesland direkt am Forth & Clyde Canal, bevor wir im Agra lecker Essen gegangen sind.
Montag stand für André und Holger mal wieder Shoppen (und eine fast schon verzweifelte Suche nach einer Portion Haggis) auf dem Programm, wobei man bewundernd anerkennen muss, dass sie die ganze Zeit den Weg vom West End in die Innenstadt und zurück zu Fuß hinter sich gebracht haben. Oder hatten sie kein passendes Kleingeld fur den Bus? Ich habe mir unterdessen einen Vortrag in unserem Seminar angehört. Dieser wurde gehalten von Thorsten Joachims, einem Kommilitonen aus Dortmunder Zeiten, der nun an der Cornell University ist, zur Zeit aber ein Sabbatical am Fraunhofer IAIS in Bonn verbringt und kurz für ein paar Vorträge auf die Insel gereist war. Thorsten kam noch zum Abendessen mit; danach haben wir in netter Runde noch ein paar Single Malts probiert.
Ab Dienstag Abend begann dann die große Ausreisewelle nach Deutschland, wo ich mir das letzte Schalker Saisonspiel live in der Arena anschauen werde.
Danke an André und Holger für euren Besuch aus „Intestine City“ – ich hoffe, man sieht sich bald auf ein Pint in Glasgow wieder!
Glasgow ist auch bekannt für seine sehr lebendige Musikszene, aus der einige namhafte Bands (wie z.B. Franz Ferdinand) hervorgekommen sind. Wen wundert es da, dass viele Bands aus dem Alternative-Bereich ihre Visitenkarte in einem der zahlreichen Clubs in Glasgow abgeben. Einer meiner derzeitigen Favoriten, IAMX, spielten letzten Mittwoch im Stereo. Somit gab mir das die Gelegenheit zu meinem ersten Konzertbesuch hier, was mit rund 12 Pfund sogar reichlich erschwinglich war.

IAMX im "Stereo", Glasgow
Wie nicht anders zu erwarten entpuppte sich das „Stereo“ als ziemlich kleine, aber doch gemütliche Kaschemme, wie man sie in Glasgow oft antrifft. Das Konzert selbst war trotz nicht ganz optimaler Akustik hervorragend, so dass sich die Eintrittskarte vollends gelohnt hat.
Ein gutes Konzert macht hungrig, und dementsprechend ging es anschließend noch zu einem Fast-Food-Laden an der Central Station. Dort bestellte ich mir einen Hamburger, einer meiner Begleiter eine Bratwurst. Ich hätte es wissen müssen, dass im Land des Frittierens und Panierens dann sowas bei raus kommt:

"Hamburger"...

...und Bratwurst, schottische Art
Offenbar wussten meine Begleiter, was da auf mich zukommen würde, denn auf meine ungläubige Frage an die Verkäuferin, „That’s a hamburger???“, kam von ihnen prompt ein entschuldigendes „Sorry, he’s German“
. Geschmeckt hat der vermeintliche Hamburger durchaus, und das, was hier als Bratwurst verkauft wird, sollte man am besten eh gut verstecken
.









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