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Mitten im vorweihnachtlichen Trubel mal ein längst überfälliger Eintrag.
Vorletztes Wochenende fand in Glasgow ein besonderes Ereignis statt: Depeche Mode, seit nun über 25 Jahren eine meiner Lieblingsbands, kamen am 12. Dezember nach 21 Jahren wieder nach Schottland! Dieses Ereignis musste natürlich gebührend gefeiert werden, und so stand ein verlängertes Party-Wochenende mit viel Depeche Mode an, welches durch den Auftritt von Placebo am Montag abgerundet wurde.
Der Depeche-Teil begann und endete mit dem Rammy of the Universe, einer zweitägigen Depeche Mode-Party in Glasgow. Depeche Mode-Parties sind gang und gäbe in Deutschland, wo die Band auf eine große Anzahl Fans zurückgreifen kann, aber nahezu unbekannt in Großbritannien. Allein deswegen ein besonderes Ereignis also. Aufgelegt hat u.a. ein alter Bekannter – DJ Niggels aus Münster, der auch auf diversen Parties in Deutschland für allerhand Stimmung sorgt. Veranstaltet wurde der Rammy of the Universe übrigens von einer Gruppe Schotten namens The Kilts, die seit der letzten Tour Depeche Mode fast überall auf der Welt nachreisen und dabei auch als Vertreter schottischer Kultur (eben der Kilts) auffallen.
Das Wochenende begann also am Freitag mit dem ersten Teil der Party. Hier gab es Auftritte dreier kleinerer Bands (u.a. Analog Angel aus Glasgow). Nach der Pre-Show-Party Samstag Nachmittag ging es dann mit Niggels und einigen Vertretern von IBM in Greenock Richtung SECC, wo Depeche Mode auftraten. Beim Konzert merkte man, dass die Schotten recht ausgehungert nach DM waren, denn die Stimmung war grandios, und so feierten wir einen richtig guten Abend, der bei der anschließenden After-Show-Party seine Fortsetzung fand.
Sonntag war eher ruhig. Damaris, Niggels und ich haben der Auchentoshan-Destillerie einen Besuch abgestattet. Niggels hat sich einen Auchentoshan Three Wood gekauft, über den sich die Security am Edinburgher Flughafen besonders gefreut hat.
Montag ging es mit zwei Freunden noch zum Placebo-Konzert, ebenfalls im SECC. Dieser sehr gute Gig rundete das verlängerte Wochenende ab.
Weitere Fotos vom Depeche Mode-Wochenende und dem Placebo-Konzert
Weiße Dächer, Raureif, das Thermometer zeigt 1˚C an, im Internet heißt es -3 Grad – es wird Winter in Glasgow! Immerhin scheint die Sonne, herrliches Wetter. Ich werde dann mal Schal, Mütze und Sonnenbrille auspacken.
Alles Gute für Deinen ersten Arbeitstag in Schottland, Damaris!!

Das letzte Wochenende waren wir mal wieder unterwegs. Diesmal zog es uns ins englische Ausland nach Manchester. Anlass der Reise war ein Konzert von Marc Almond, ehemals Frontmann von Soft Cell, die den meisten durch die 80er-Hymne „Tainted Love“ ein Begriff sein dürften. Marc selbst hat mit Songs wie „Tears Run Rings“ und dem Gene-Pitney-Cover „Something’s Gotten Hold of My Heart“ durchaus auch einige Solo-Erfolge in seiner fast 30-jährigen Karriere feiern können. Aber wer länger mit mir zu tun hatte, wird vermutlich eh wissen, wer Marc Almond eigentlich ist
.
Marc ist nun mal wieder auf Tour durch Großbritannien, und Manchester war der von Glasgow aus nächste Ort. Beim Konzert in der Manchester Academy hörte man neben Marcs eigenen Songs (sogar ein paar aus seinem im nächsten Jahr erscheinenden neuen Album, sowie einige sehr alte Klassiker) wie gewohnt einige Coverversionen, z.B. von David Bowie, Marc Bolan und Jacques Brel, die Marc alle zu seinen eigenen Idolen zählt. Da Marc in letzter Zeit einige traditionelle russische Lieder neu interpretiert hat, durften einige von ihnen natürlich auch nicht fehlen. Alles in allem eine sehr gelungene Show, die allerdings an Highlights wie dem Konzert zu Marcs 50. Geburtstag vor zwei Jahren nicht ranreichen konnte – aber jenes Konzert ist auch sehr schwer zu toppen, wenn das überhaupt möglich ist.

Marc Almond
Da das Konzert abends stattfand, blieben wir bis zum nächsten Tag in Manchester. Neben ein wenig Stadtbummel war auch Geocaching angesagt, was uns unter anderem zum Turing-Denkmal in den Sackville-Park führte. Alan Turing, dessen Leben viel zu früh ein trauriges Ende nahm, war im 2. Weltkrieg maßgeblich an der Entschlüsselung der deutschen Enigma beteiligt, gilt als einer der Gründerväter der Informatik und lehrte an der University of Manchester.

Turing-Denkmal in Manchester
Später haben wir uns noch ein wenig die Innenstadt angeschaut, bevor es dann mit dem Überlandbus wieder auf die fast fünfstündige (aber dafür äußerst günstige) Rückfahrt nach Glasgow ging.
Nach sehr langer Zeit ging es für mich letzten Donnerstag mal wieder in den Ruhrpott. Gründe gab es gleich vier: meinen Vater wiedersehen, alte Freunde treffen, ein 40. Geburtstag und die Partie Schalke gegen Hamburg. Aber der Reihe nach.
Donnerstag flog ich von Edinburgh ins wunderschöne Weeze am Niederrhein. Mit dem Shuttlebus sollte es dann nach Duisburg weitergehen, allerdings musste erst unter den fünf(!) anwesenden Busfahrern geklärt werden, wer denn nun diese Fahrt auf sich nimmt. Immerhin schaffte man es, die daraus resultierende Verspätung unter fünf Minuten zu halten, und relativ pünktlich ging es dann Richtung Ruhrgebiet. Von Duisburg aus dann mit der S2 nach Gelsenkirchen, und am frühen Abend war ich dann bei meinem Vater. Ein gemütlicher Abend (endlich wieder frisches Veltins!) folgte, wo wir uns auch die Partie Celtic gegen HSV anschauten.

Noch lachen sie...satt und zufrieden
Freitag stand ein ganz besonderer Abend an. Mit ein paar Freunden, die ich teilweise etliche Jahre (huhu Nicole! huhu Danni!) oder auch noch nie (huhu Thong!) gesehen hatte, traf ich mich erst in Bochum zum Abendessen. Anschließend ging es dann in die Matrix, wo noch ziemlich lange abgefeiert wurde. Sehr gelungener Abend, der hoffentlich bald mal wiederholt wird!
Samstag war der Geburtstag einer sehr guten (Schul-)Freundin auf dem Programm. Wieder jemand mit einer 4 vor der Jahreszahl, was passiert hier gerade eigentlich, wir haben doch eben noch gemeinsam die Schulbank gedrückt? Die Feier fand in den Räumlichkeiten der Schalker Fan-Initiative statt. Schön, auch hier wieder ein paar alte Freunde wiederzusehen und so manches Kicker-Duell austragen zu können!

Heiße Kicker-Duelle mit gebannten Zuschauern
Sonntag dann die Begegnung Schalke gegen den Hamburger SV in der Veltins-Arena. Das erste Spiel in dieser Saison, das ich live im Stadion sehen konnte. Zur Halbzeit sah es ziemlich trostlos aus, Schalke lag 0:2 zurück. Aber die zweite Halbzeit entwickelte sich zu einem richtigen Knaller, denn die Knappen kamen zweimal ins Spiel zurück und am Ende stand es 3:3. So eine Halbzeit wie die zweite an jenem Sonntag hatte ich jahrelang hier nicht mehr gesehen; es sieht so aus, als würde Felix Magath tatsächlich einiges auf Schalke bewegen, trotz der beunruhigenden Meldungen der nicht immer wohlmeinenden Presse. Und auch hier gab es wieder ein Treffen mit diversen alten Freunden (an dieser Stelle muss ich doch mal einen Gruß an unseren treuen Blogleser Boris schicken; stets bestens informiert, respekt!
). Leider werde ich wohl zu den meisten anstehenden runden Geburtstagen nicht einfliegen können, sehr schade.

Der Auftakt zu einem großen Spiel in der Veltins-Arena
Alles in allem ein schönes langes Wochenende in der alten Heimat. Zufrieden, aber müde ging es dann Montag morgen sehr früh wieder an den schönen Niederrhein, wo einen freundliche Busfahrer den Tag so richtig verschönern (Achtung Ironie!
). Die Fahrt nach Weeze war wie immer der abenteuerliche Teil der Reise, wenn man erst mal im Flieger sitzt, geht der Rest viel einfacher (auch, weil Damaris mich netterweise in Edinburgh abgeholt hat). Die Zeit kann man sich aber damit totschlagen, über lustige schottische und englische Bedeutungen des Zielorts (Wee-Ze) nachzudenken.
Am letzten Donnerstag waren wir zu einem besonderen Ereignis eingeladen, einem Tasting bei Richard Paterson, Masterblender von Whyte & Mackay und eine der schillernden Figuren in der Whiskyszene. Mr. Paterson hatte die Preiskrönung des Whyte & Mackay 30-jährigen als Best Blended Whisky und den Beginn des traditionellen indischen Lichterfestes, Diwali, zum Anlass genommen, eine Auswahl Blogger und Twitterer in seine Suite bei Whyte & Mackay in Glasgow einzuladen, in der er normalerweise neue Blends erstellt. Einzige Bedingung: kein Eis! Eis im Whisky ist ein absolutes No-No, was meist nur Leute machen, die auch Eis ins Bier tun würden. Der Zorn des Mr. Paterson persönlich wird einen treffen, sollte er oder sie in seiner Gegenwart mit Eis im Whisky ertappt werden!
Die Suite, in der auch das Tasting stattfand, ist nicht einfach ein steriles Labor, sondern angehäuft mit vielen interessanten Kleinigkeiten und, neben vielen Proben von verschiedenen Single Malts, einer Menge sehr alter Whiskyflaschen, so das man sich schon teilweise wie in einem Whiskymuseum vorkam. Bevor es zum eigentlichen Tasting kam, hat Richard einige Worte zu den Sammelstücken verloren und auch den gewonnen Pokal (in Form eines überdimensionalen Whiskyglases) präsentiert.
Beim Tasting wurde dann eine Auswahl der Whyte & Mackay Blends angeboten, vom 13-jährigen bis hinauf zu einem 40 Jahre alten. Die Portionen waren dabei sehr großzügig, nur beim 40-jährigen wurde verständlicherweise auf jeden Tropfen geschaut. Wie es sich zum Diwali gehört, wurden beim Tasting zum jeweiligen Whisky passende Süßigkeiten ausgewählt, die tatsächlich wunderbar mit dem Getränk harmonierten. Nach dem Tasting, bei dem die Stimmung komischerweise minütlich besser wurde
, konnte man mit Richard noch einige Worte wechseln und hinterher den Abend in Ruhe bei einem letzten Whisky ausklingen lassen.
Richard habe ich übrigens zum ersten Mal in Frankfurt auf der Interwhisky 2006 getroffen, wo er sich partout geweigert hatte, aus dem Bild zu gehen, als Damaris ein Foto von mir vor einem Whiskystand machen wollte
. Damals wusste ich allerdings nicht, wer der seltsame Herr, der da unbedingt mit aufs Foto wollte, überhaupt war
. Inzwischen bin ich schlauer, und es war mal Zeit für ein kleines Update (diesmal mit etwas graueren Haaren
):
Alles in allem ein sehr gelungener Abend, und sehr nett von Richards Team, ein solches kostenloses Tasting zu veranstalten. Natürlich wird dieser Abend sein Marketing-Ziel nicht verfehlt haben, denn es werden sicherlich einige Blog-Einträge und Tweets über dieses Tasting erstellt worden sein, so dass natürlich ein gewisser Werbefaktor dahinter steckt. Aber gerade weil man Whisky eher mit Tradition, langen Zeiträumen und viel Warterei in Verbindung bringt, ist es umso erstaunlicher zu sehen, wie intensiv Richard Paterson und sein Team die neuen (sozialen) Medien nutzen – sei es auf Twitter, Facebook oder im eigenen Blog.
Weitere Fotos von diesem Abend gibt es in unserem Oktober-Album auf Flickr.
Glasgow zeigt sich gerade mal wieder von seiner klassischen Seite – wir haben eine Mix aus Sonne und Regen und es ist sehr sehr windig. Der Wind fegt nun auch schon die ersten Blätter von den Bäumen. Es wird Herbst in Glasgow, wie auch ein Blick aus unserem Fenster verrät:

Der Herbst hält Einzug in Glasgow
Wir hoffen natürlich auf einen ebenso schönen Oktober/November, wie wir ihn vor einem Jahr hier hatten. Etwas Entschädigung für den nassen August muß nun mal auch sein!
Ich bin mal wieder unterwegs. Diesmal führt mich eine Dienstreise nach England, genauer gesagt nach Cambridge. Und spätestens jetzt ist klar, dass es auf der Insel kein einheitliches Wetter gibt. Nach einem wettermäßig fürchterlichen Morgen in Glasgow, mit viel Wind und Regen, bin ich gestern Nachmittag in Stansted gelandet. Bei sage und schreibe 26 Grad war es fast so, als wäre ich gleich nach Italien durchgeflogen. Leider habe ich meine kurzen Hosen zu Hause gelassen, konnte ja keiner ahnen…
Abends waren wir bei Mounia und Thomas, wobei Mounia ein wunderbares Abendessen hingezaubert hat. Darf sie gerne in Glasgow mal wiederholen.
Heute war das Projekttreffen unseres Renaissance-Projektes angesagt, anschließend ging es dann mit Kollegen zum Dinner. Morgen beginnt die ICTIR-Konferenz (direkt im Hort des Bösen
); bin mal gespannt, was es für neue Entwicklungen auf dem Gebiet des Information Retrieval gibt.
Extreme Temperaturunterschiede innerhalb Europas haben wir ja schon im Winter gehabt. Und auch zurzeit haben wir mal wieder ein richtig kurioses Bild. Während in Deutschland die Leute schwitzen und vermutlich gerade mal ihren Kreislauf aufrecht erhalten können, haben wir in Glasgow mehrfach am Tag die Gelegenheit zu einer kalten erfrischenden Outdoor-Dusche. Fragt sich, was besser ist, zum Arbeiten kann man 30+ Grad eher weniger gebrauchen…

Temperaturunterschiede
Schuld am Regen hier ist übrigens ein Wolkenband, das sich hartnäckig über Schottland und kleinen Teilen Nordenglands hält. Der Rest Europas, inklusive Südengland, hat halt Sonne satt.
Also, wem’s grad zu warm ist – ab in den Flieger in die Frische nach Schottland!










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